Bretagne 2008 - Ein Reisebericht
Vannes, Dolmen und Abgesang.
Samstag, 12. April 2008. Bevor wir die Bretagne morgen in Richtung Champagne verlassen, steht heute noch mal die Besichtigung einer Stadt an, die von den Reiseführern als absolutes "Muss" gepriesen wird. Und dieses Mal sollten wir auch nicht enttäuscht werden. Es geht nach Vannes, der Hauptstadt des Départements Morbihan. Wir parken am
Wir gehen von der Place Gambetta durch das mächtige Stadttor Porte St-Vincent. Hier, wo im Mittelalter Ritterturniere stattfanden, säumen ehemalige Bürgerhäuser die Straßen. Fachwerk mit vorkragenden Obergeschossen, alles in einem erstklassigen Zustand erhalten. Wir sind begeistert. Nördlich in der Rue Rogue grüßen an der Giebelseite eines Fachwerkhauses die fotogenen Holzskulpturen "Vannes et sa femme", Vannes und seine Frau. Gegenüber liegt das Château Gaillard, welches im 15. und 16. Jahrhundert zeitweise Tagungsort des bretonischen Parlaments war.
innenstadtnahen und auch sonst netten Jachthafen und gehen zu Fuß zur Altstadt. Liebevoll restauriertes Fachwerk hinter dicken Stadtmauern und ein quirliger Wochenmarkt nehmen uns umgehend gefangen.
Mitten in der Altstadt steht wuchtig die Cathédrale St-Pierre. Wir gehen hinein und bewundern die bunten Fenster. Schließlich kommen wir zu den langgestreckten Markthallen La Cohue. Die alten, aber gut restaurierten Hallen dienten zeitweise als Gericht, 1792 tagte in den Hallen das Revolutionstribunal.
Als wir in die Markthalle mit den Fischständen kommen, kann (und will) ich nicht widerstehen. Für 4,50 Euro kaufe ich 12 schöne Austern der Größe 3. Eine Zitrone bekomme ich kostenlos mit in die Plastiktüte. Das wird heute am Wohnwagen mein Nachmittagssnack.
Hier hört man das Mittelalter trappeln.
Die Maison de Vannes mit Vannes et sa femme. Vannes und seine Frau.
Schönes Fachwerk in der Altstadt von Vannes.
Auf der Rückfahrt von Vannes nach Quiberon kommen wir nahe des Ortes Plouharnel an den Dolmen de Crocuno vorbei. Wir machen noch mal einen Stopp, um diese mächtigen alten Steingräber zu fotografieren. Wie groß die Dolmen teilweise sind wird deutlich, wenn man aufrecht unter einer Deckplatte hergeht. Unvorstellbar, wie die Menschen der Jungsteinzeit diese schweren Brocken so aufschichten konnten.
Zurück am Campingplatz geht es jetzt aber sofort an's Werk. Erstens haben wir unterwegs schön eingekauft, zweitens haben wir mächtig Hunger. Und so bereiten wir uns einen schönen Nachmittagsimbiss vor. Und ich öffne zum ersten Mal selbst frische Austern.
Wenn man es einige Male gemacht hat, geht es ganz leicht. Die frischen Erdbeeren kommen übrigens trotz der frühen Jahreszeit bereits aus der Bretagne. Und sie waren wirklich seeeeeehr lecker.
Hier endet unsere erste Bretagnereise. Aber nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sondern mit zwei (beziehungsweise vier) lachenden Augen. Wir haben eine faszinierende, für uns neue Urlaubsregion gefunden. Ganz sicher waren wir nicht zum letzten Mal hier, dafür war es viel zu lecker! (Und natürlich nicht nur das.) Also sagen wir mal: Bis zum nächsten Jahr. Und für die Rückreise, die morgen beginnt, haben wir ja auch noch einiges geplant...