Jakobsweg 2007 - Mit dem Fahrrad von Dortmund nach Santiago de Compostela
15.05.2007 - Tag 18 - Dienstag (Bilder des Tages - Tagestelegramm)

Loire ade, scheiden tut weh...

...muss aber trotzdem sein. Heute fahren wir unsere letzte Etappe an der Loire. Der Gegenwind der letzten Tage hat dazu geführt, dass wir nicht die für diesen Reiseabschnitt geplanten 100 KM pro Tag fahren konnten. So werden wir heute noch einmal etwa 90 KM bis hinter Nantes die Loire abwärts fahren. Morgen schneiden wir dann ab dort ein Stück Loireradweg ab und fahren über Land direkt an den Atlantik. Damit sparen wir etwa 100 KM Wegstrecke ein und liegen wieder im Plan.

Nachdem wir von unserer freundlichen Zimmervermieterin im les Cedres ein schönes Frühstück bekommen haben, beginnen wir auch die heutige Etappe bei recht freundlichem Wetter. Allerdings beginnt es heute bereits nach knapp zwei Stunden zu regnen und dabei bleibt es dann auch.

Wir fahren durch eine völlig menschenleere Landschaft. Allenfalls einige wenige Bauerhöfe liegen an unserer Strecke. Arme Briefträger in dieser Gegend denken wir noch, da kommt auch schon einer mit seinem gelben Postauto vorbei. Er fährt bis an den Hausbriefkasten des Bauernhofes heran, wirft die Umschläge duch das runtergelassene Seitenfenster ein, und braust weiter. So ist es dann vielleicht auch nicht so schlimm.

Kurz hinter dem Ort St. Florent le Viel überholen wir mit unseren Rädern die ersten erkennbaren Jakobspilger. Ein wanderndes Pärchen im Rentenalter hat an beiden Rucksäcken eine Jakobsmuschel befestigt. Unser Buen Camino wird mit Dank entgegengenommen. Die Beiden waren sicher genau so überrascht wie wir, hier Pilger zu treffen.

Wir queren die Loire in Ancenis, in Oudon und in Mauves und nähern uns gegen 14 Uhr auf der rechten Loireseite der Metropole Nantes. Nantes ist mit seinen 500.000 Einwohnern die grösste Stadt an der Loire und die Hauptstadt der Region Pays de Loire.

Als wir in die Stadt einfahren ahnen wir schon, was uns in der nächsten Stunde erwartet. Ein schreckliches Verkehrsgewühl wo wir, ob wir es nun wollen oder nicht, mitten durch müssen. Für ängstliche Radfahrer nicht geeignet. Und so stürzen wir uns unter Missachtung jeglicher Vorsichtsmassnahmen einfach sehr zügig hinein. Wir fahren so schnell wir können und versuchen, einfach mit dem Autoverkehr mitzuschwimmen. In den kritischsten Bereichen haben uns die Verkehrsplaner freundlicherweise sogar einen Radstreifen am Strassenrand geplant. Als wir im Zentrum der Stadt am Bahnhof vorbeikommen, fahren wir einmal kurz rechts raus auf den Parkplatz und verschnaufen. Dann wieder rein ins Gewühl und, wer hätte das gedacht, sind wir auch schon so gut wie durch.

Unser Etappenziel für heute ist das Dorf le Pellerin etwa 15 KM hinter Nantes. Dort haben wir im dem einzigen Hotel ein Zimmer vorreserviert. Um nach le Pellerin zu gelangen, fahren wir bis Coueron und dort auf die Fähre über die jetzt schon beeindruckend breite Loire. Während wir auf der Fähre über den Fluss fahren, steigt die Regenintensität noch mal deutlich an. Das macht jetzt eigentlich auch nichts mehr, denn nass ist nass. Als wir dann aber auf der anderen Flussseite ankommen und wenige Minuten später unser Hotel Belle Epoque erreichen, sind wir wirklich nass wie die Hunde.

Nun, Belle Epoque hat wohl schon bessere Zeiten erlebt. Das Hotel ist extrem einfach und sehr, sehr preiswert. Kaputtmachen können selbst so durchnässte Menschen wie wir es sind hier nichts mehr. Und so werden wir von dem Hotelier freundlich aufgenommen und in unser Zimmerchen geführt. Die Fahrräder dürfen mitten in das geschlossene Restaurant und werden dort entladen. Für die Nacht stehen sie dann in der Küche.

Im Zimmer müssen wir uns erst mal trocken legen. So nass wie heute waren wir auf unserer Reise bisher nocht nicht. Vor dem Abendessen haben wir dann noch etwas Zeit den Ort im nachlassenden Regen zu besichtigen. Viel ist es nicht. Unser Abendessen nehmen wir im Restaurant unseres Hotels. Wo auch sonst. Na und dann hoffen wir, dass die Nacht ausreicht um unsere Sachen zu trocknen.

Jakobsmuschel zurück
Jakobsmuschel vorwärts
zurück
vorwärts

Abschnitt 1. Ruhr und Rhein. Von Dortmund bis Koblenz.

Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.

Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.

Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.

Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.

Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port

Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.



Impressum:
Armin Emmerich
Kosselstr. 45
44369 Dortmund. mailto@armin-emmerich.de

Bilder des Tages
Loire vor Nantes
Auf der Fähre Coueron - Le Pellerin.
Hier endet unser Jakobsweg Teilstück an der Loire
Und schon wieder keine Sonne am Loireradweg.
Auf der Fähre Coueron - Le Pellerin. Zum letzen mal...
...über die Loire. Gegenüber unser Tagesziel le Pellerin

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Tagestelegramm
Startort - Zielort Montjean sur Loire - Le Pellerin
Unterkunft am Zielort Hotel Bel Epoque
Bemerkung zur Unterkunft Sehr freundliche Besitzer. Die Zimmer sind leider grenzwertig. Dennoch waren wir froh hier so nass und dreckig unterzukommen.
Tagesleistung in KM 90
Gesamt - KM bis hier 1555
Wetter Erst Regen, dann Starkregen. Kalt. 13 °C
Besonderheiten Unterwegs überholen wir die ersten erkennbaren Jakobspilger.

Links zu nützlichen Jakobsweg-Informationen