
Halbwegs geschafft.
Inzwischen haben wir die Hälfte der geplanten 3300 Kilometer bis Santiago de Compostela hinter uns gebracht. Der Weg ist also halbwegs geschafft. Aber es ist noch keine Halbzeit, denn heute ist erst der 21. Tag von 50 geplanten. Unser Vorsprung ist jedoch nur scheinbar komfortabel. In den Pyrenäen und den spanischen Bergen werden wir zwangsläufig kürzere Etappen fahren.
Heute läuft es jedoch wieder phantastisch. Wir verlassen les Sables mit dem guten Gefühl, einen für uns neuen sehr schönen Ort kennengelernt zu haben. Das Wetter ist heute Morgen neblig trüb und es weht so gut wie kein Wind. Die Strecke führt uns zunächst für etwa 60 Kilometer nach Osten bis zu dem Ort Puyravault und dann 90 Grad abgewinkelt schnurgerade nach Süden bis La Rochelle.
Wir durchfahren auf ruhigen Nebenstrassen absolut plattes, teils sumpfiges Land. Wir sehen Störche und scheinbar frei lebende Pferde. Eine ganz besondere Landschaft, naturbelassen und total einsam. Trotz der Straße, die immer wieder kilometerlang schnurgerade wie mit dem Lineal gezogen verläuft, empfinden wir das hier alles andere als eintönig.
Etwas stressig wird es dann allerdings wieder auf den letzten 5 Kilometern vor unserem heutigen Tagesziel La Rochelle. Wie immer, wenn man mit dem Fahrrad in eine große unbekannte Stadt einfährt, ist es erst mal etwas unübersichtlich. Die Verkehrswege in solchen Städten sind halt für Autos und nicht für Fahrräder geplant. Aber wir kommen doch ganz zügig ins Zentrum und finden auf Anhieb ein passendes Hotel. Übung macht den Meister.
Um viertel vor drei sind wir im Hotel. Das war mal eine leichte Etappe. Die Fahrzeit für die 92 Kilometer heute betrug lediglich 5 3/4 Stunden inclusive Pause in Triaize. Ein Nest wie so viele hier und ich danke meinen Eltern, dass sie mich in eine richtige Stadt geboren haben. Hier ist es zwar für den durchreisenden Touristen wunderschön. Die Menschen, die hier leben müssen, tun mir jedoch leid.
Bei unserer Stadtbesichtigung von La Rochelle werden wir dann beide überrascht. La Rochelle ist nicht die von uns erwartete triste Industriestadt, sondern eine wirklich schöne Hafenstadt mit lebendiger Innenstadt, vielen Touristen und entsprechend guter Infrastruktur. Inzwischen ist das Wetter auch passend. Sonne ohne jedes Wölkchen und angenehm warm. So stürzen wir uns ins Stadtleben und genießen den freien Nachmittag. In der Cathedrale bekommen wir auch mal wieder einen offiziellen 'katholischen' Stempel in unsere Pilgerausweise.
Wir trinken Bier :-) und Cidre an einer Bar draussen vor der Marina und lassen uns die Sonne auf den Kopf scheinen. Später besuchen wir zum Abendessen ebenfalls eine Aussengastronomie und essen eine gaaaaaanz leckere Fischsuppe und anschließend noch unsere geliebten Moules Frites. Wirklich ein schöner Nachmittag und Abend in La Rochelle.
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | Les Sables d'Olonne - La Rochelle |
| Unterkunft am Zielort | Hotel Best Western France Angleterre |
| Bemerkung zur Unterkunft | Central gelegenes Mittelklassehotel. Einfache Zimmer. Ordentliches Frühstück. |
| Tagesleistung in KM | 92 |
| Gesamt - KM bis hier | 1751 |
| Wetter | Neblig trüb. In La Rochelle sonnig und warm. |
| Besonderheiten | In der Cathedrale bekommen wir endlich mal wieder einen offiziellen 'katholischen' Stempel in unsere Pilgerausweise. |
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