
Radfahrer wilst Du nach Royan, vergiss Dein Auto nicht.
Wir kommen bei bedecktem Himmel gut aus La Rochelle raus. Unser Tageziel, die Gironde Mündung, ist nicht so einfach zu erreichen. Hier gibt es viele stark befahrene Hauptverkehrsadern und nur wenig zielführende Nebenstrassen. Zudem müssen wir auf etwa halber Strecke mitten durch Rochefort und diese Stadt ist ja auch nicht gerade ein verkehrsberuhigtes Provinznest.
Da wir auf der einzigen direkten Verbindung nach Rochefort, der als Autobahn ausgebauten N137, ja ohnehin nicht fahren dürfen, fahren wir also nicht die direkte Linie. Wir suchen uns einen Weg in einem rechten Winkel über kleinere Departementstrassen. Dieser Weg ist zwar weiter aber ansonsten ganz angenehm zu fahren. Zwischen Puydroauard und Rochefort vielleicht etwas eintönig. Die D5 führt hier duch eine einsame Landschaft auf vollen 18 KM ohne eine einzige Biegung nach Rochefort. Wären nicht einige kleine Hügelchen dazwischen, könnte man die Stadt vermutlich schon sehen, wenn man bei Puydroauard auf die D5 einbiegt.
Rochefort selber ist dann nicht so problematisch wie befürchtet. Die Durchfahrt ist ganz gut beschildert und inzwischen legen wir durchaus eine gewisse Abgebrühtheit im städtischen Verkehrsgewühl an den Tag. Schließlich sind wir ja auch auf Pilgerfahrt. Vertrauen ist alles!
Hinter Rochefort gibt es dann aber keine Alternativroute mehr. Wir müssen zwangsläufig auf den Randstreifen der Autobahnartigen D733. Dies ist die einzige Möglichkeit den Fluss Charente zu überqueren. Und da es keine andere Möglichkeit gibt, ist das hier sogar erlaubt. Beim einfachen Anblick der Brücke, über die wir mit unseren Rädern müssen, steigt dann aber schon leicht die Herzfrequenz. Die Überfahrt darf man ohne zu übertreiben als eines der besonderen Erlebnisse auf unserer Reise bezeichnen.
Inzwischen gut trainiert schaffen wir die Brücke ganz gut. Als wir oben sind rollen wir ab, verpassen eine unscheinbare Ausfahrt und finden uns auf der Autobahn wieder. Um nicht in den Verkehrshinweisen genannt zu werden, schieben wir die Räder erst mal 200 Meter zurück und dann suchen wir uns mühsam zu unserer eigentlichen Route irgendwelche Nebenstrassen. Immer wieder stehen die Autobahnen im Weg. Offensichtlich ist es einfach nicht vorgesehen, irgendwie anders als mit dem Auto nach Royan zu kommen. Wir arbeiten uns, permanent Wege suchend und kreuzend, in Richtung Süden vor. Als wir an der Gironde ankommen, zeigen unsere Tachos 101 KM statt der geplanten 85.
Mit der Fähre setzen wir von Royan über die Gironde und fahren dann noch 10 KM bis nach Soulac sur Mer. Zum Glück finden wir schnell ein kleines einfaches Hotel, denn inzwischen ist es bereits 17.00 Uhr und es gibt ja noch die täglichen Aufgaben zu erledigen.
Danach ein Spaziergang an der Strandpromenade. Das Meer macht ordendlich Wellen. Dann gehen wir weiter durch die Haupt-Touri-Gasse und besichtigen die alte trutzige Kirche, die von innen aussergewöhnlich schön gestaltet ist. Schlicht und beeindruckend.
Während des Spaziergangs haben wir uns schon mal ein Restaurant für das Abendessen ausgesucht. Kurz nach 19.00 Uhr nehmen wir dann Platz und bestellen unser Abendmenue. Wie es sich für hier gehört natürlich Fisch.
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | La Rochelle - Soulac |
| Unterkunft am Zielort | Hotel Michelet |
| Bemerkung zur Unterkunft | Einfache Unterkunft. Extrem einfaches Frühstück. Aber der Typ ist nett und bemüht. Für ein bis zwei Nächte gerne wieder. |
| Tagesleistung in KM | 111 |
| Gesamt - KM bis hier | 1862 |
| Wetter | Bedeckt, trocken, später fast warm. Bis 24°C |
| Besonderheiten | Eine der Radfahrer-Unfreundlichsten Etappen auf der ganzen Reise. |
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