
Spanien Olé. Über den Ibaneta Pass nach Pamplona.
Als wir um 6.45 Uhr aufwachen und aus dem Fenster sehen, trauen wir unseren Augen nicht. Irgendwie scheint unser Jacobus seinen Kumpel Petrus davon überzeugt zu haben, dass wir trotz der enlenden Wetteraussichten eine trockene Überquerung des Ibaneta-Passes verdient haben. Mehr noch: Wir blicken in einen wolkenlos blauen Himmel. Nicht zu glauben.
Wir packen, frühstücken und ab geht es auf die Räder. Gennussfahrt pur. Ein Bergpanorama wie es schöner nicht sein kann. Wir atmen frische klare Bergluft und nehmen die ersten 9 KM bis Arneguy in einem lockeren Auf und Ab. Bei Arneguy überqueren wir den Fluss und zugleich die Grenze nach Spanien. Ab hier geht es kontinuierlich bergauf. Gelegentlich überholen wir andere Radpilger und auf den Wegstücken, wo Rad- und Fußweg identisch sind, auch schwer bepackte Fußpilger. Wir alle freuen uns gleichermaßen über das geschenkte schöne Wetter.
Auf halber Strecke überholen wir zwei Niederländische Radpilgerinnen. Offensichtlich haben die beiden jungen Frauen eine deutlich unterschiedliche Kondition. Eine fährt weit voraus, während die zweite kämpft, ob das bis Santiago de Compostela gut geht? An einem kleinen Bach steht eine Gruppe von fünf oder sechs deutschen Radpilgern am Streckenrand und macht Pause. Wir begrüßen uns fröhlich im Vorbeifahren, und dann sind wir auch schon weiter.
Nach 27 KM erreichen Helga und ich ziemlich genau um 12.00 Uhr den Ibaneta Pass. Zeit für Fotos und die fällige Mittagsrast. Apropos Fotos: Unsere Digi-Cam ist gut getrocknet und hat sich entschlossen, ihren Dienst wieder aufzunehmen. Glück gehabt. Am Ibaneta Pass ist es in 1057 Meter Höhe doch recht frisch. Für die anstehende Abfahrt nach Roncesvalles ziehen wir unsere Jacken wieder an. Inzwischen ziehen im Hintergrund auch Wolken auf. Ab dem Pass geht es dann im wechselnden Ab und Auf über Roncesvalles, wo wir noch mal eine kurze Rast einlegen, weiter über Zubiri Richtung Pamplona. Unterwegs überholen wir einen Radpilger aus der Tschechischen Republik. Der arme Kerl hat ein Fahrrad ohne Gangschaltung. Bergab fliegt er praktisch, aber sobald ein Steigungsbereich kommt, muss er schieben. Viel Glück!
Etwa 15 Kilometer vor Pamplona beginnt es dann doch noch zu regnen, aber das stört nun kaum noch. Unser Bergwetter für die Passfahrt war genial. Die Einfahrt nach Pamplona gestaltet sich wie so oft bei großen Städten zunächst etwas unübersichtlich. Als wir in der Innenstadt ankommen, toben sich gerade die Fans von zwei rivalisierenden Fußballmannschaften aus. Wie ich mir erklären lasse, steht am Abend ein Derby an. Pamplona gegen einen Nachbarn. Das schein so ähnlich zu sein wie BVB gegen Schlacke 04. Aber noch geht alles fröhlich friedlich singend ab.
Nach einiger Suche in Zentrum der Stadt finden wir auch Hotels. Das erste war mit Euro 190,00 pro Nacht nun wirklich zu teuer. Das zweite, das Hotel Maisonnave, passt uns mit 79 Euro für das Doppelzimmer schon besser. Wir checken für zwei Nächte ein und sind zufrieden. Gleichzeitig mit uns kommt eine ganze Busladung deutscher "Pilger" an. Wanderer die organisiert immer nur einzelne Stücke des Jakobsweges gehen und die Zwischenstücke mit dem Bus überwinden. Wir wissen nicht, ob die organisierende Firma 'Mögeltours' heißt. Sicher ist aber, dass das mit dem Pilgern so nicht gemeint ist. Und wie wir aus Gesprächen mit Reiseteilnehmern erfahren, sind einige aus der Gruppe auch schon leicht angenervt. Gruppenreisen sind so eine Sache...
Nachdem wir uns in unserem Zimmer eingerichtet haben, gehen wir wie immer auf Entdeckungsrunde. Unterwegs treffen wir einen Radpilger aus Düsseldorf wieder, den wir auf der Etappe heute überholt hatten. Gemeinsam gehen wir ein Stück durch die Stadt. Gerne würden wir in einer der umliegenden Bars etwas trinken. Aber in keiner ist auch nur noch ein Stehplatz zu bekommen. Überall wird das Fußballspiel übertragen und die Hütten sind voll mit Fußballfans in ihren Trikots. Da es wieder beginnt zu regnen gehen wir bald in unser Hotel zurück. Um 20.30 Uhr begeben wir uns in das zum Hotel gehörende Restaurant. Danach ein letzter Absacker an der Bar und dann ist es auch wirklich gut für heute.
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | Saint Jean Pied de Port - Pamplona |
| Unterkunft am Zielort | Hotel Maisonnare |
| Bemerkung zur Unterkunft | Zentral gelegen. Einfache Zimmer. Viele Gruppen. Sehr schöne Bar im Erdgeschoss. |
| Tagesleistung in KM | 78 |
| Gesamt - KM bis hier | 2314 |
| Wetter | Zunächst super schön, später etwas Regen. |
| Besonderheiten | Die Pyrenäen sind gar nicht so schlimm. Wir kommen "locker" über den Ibaneta Pass. |
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