
Die Legende lebt!
Das Bett, in dem wir heute Morgen aufwachen, hat wohl schon Generationen von Pilgern erlebt. Leider wurde nie die Matratze gewechselt und so schlafen wir entsprechend schlecht. Aber: Wir hatten wenigstens ein Bett. Dieser Luxus wurde hier in Estella nicht allen Pilgern zuteil. Frühstück gibt es in unserer Pension keines und so trinken wir einen Kaffee in der Bar gegenüber.
Heute mal wieder bei strahlendem Sonnenschein geht es auf die Räder. Wir haben nur eine kurze Etappe bis Logrono geplant und so lassen wir es gemütlich angehen. Unser Weg führt uns durch Postkartenlandschaften die fast schon ins Kitschmuseum gehören. Ein weites hügeliges Land. Blauer Himmel mit kleinen weißen Schäfchenwolken. Bereits goldgelb gefärbte Getreidefelder wechseln sich mit Olivenhainen und Weinfeldern ab. Im Hintergrund rechts hohe schroffe Berge. Im Vordergrund tauchen alte kleine Orte mit Bruchsteinmauerwerk und hohen Kirchtürmen auf. Links zwischen den Feldern führt der Wander-Jakobsweg dahin. Immer wieder sehen wir Pilger mit Ihren schweren Rucksäcken. Wir selber mitten in dieser Kulisse auf einer Strasse fast ohne Verkehr.
Unser Weg führt in einem steten Auf und Ab, durchaus auch steil, dahin.In Los Arcos machen wir eine Vormittagsrast auf dem Kirchplatz Santa Maria. Trinken einen Kaffee und essen ein Bocadillo. In der nahen Pilgerherberge besorgen wir uns einen Stempelabdruck für unsere Pilgerpässe und fahren weiter. Wenige Kilometer später erreichen wir Viana. Wir fahren in den Ort ein und machen im Centrum erneut eine Rast. Inzwischen ist Mittag und zum Bocadillo darf auch schon ein Bier getrunken werden. Mensch, ist das schön hier. Wir sitzen in der Sonne und genießen den Tag. Andere Pilger ziehen vorbei, einige bleiben für die Nacht in diesem schönen alten Ort.
Wir fahren weiter und haben noch knapp 10 KM bis Logrono. Vor der Stadt biegen wir von der Strasse ab und benutzen den hier gut ausgebauten Wanderweg der Fußpilger. Und dann glauben wir, wir haben eine Erscheinung. Vor einem alten Haus sitzt auf einem alten Holzstuhl vor einem Tisch Maria. Das darf nicht wahr sein. Diese Szene ist genau so in allen Büchern, die je über den Jakobsweg geschrieben wurden, beschrieben. Maria sitzt da und gibt den Pilgern für eine kleine Spende einen Pilgerstempel in den Ausweis. Ob Maria ca. 80, 90, 100 oder gar ca. 2030 Jahre alt ist vermögen wir nicht zu sagen. Auf diesem Weg ist alles möglich und schliesslich haben wir ja auch schon Herbert Wehner getroffen. Möge Maria an dieser Stelle noch viele Pilger damit überraschen, dass sie keine Legende ist.
Nur eine kurze Wegstrecke nach dieser Begegnung fahren wir über den Fluss Ebro in das Stadtzentrum von Logrono ein. Dank guter Beschreibung finden wir schnell unser vorgebuchtes Hotel und beziehen ein schönes Zimmer im 7. Stock. Schon in der Hotelhalle wird deutlich: Jetzt sind wir in der Hauptstadt der Region La Rioja - hier dreht sich alles um den gleichnamigen Rotwein. Wir machen kurz Waschtag und gehen dann auf eine erste Stadtbesichtigung. Da die Restaurants hier nicht vor 21.00 Uhr öffnen, haben wir nach dem Spaziergang noch etwas Zeit zum Ausruhen. Pünktlich um 21.00 Uhr betreten wir dann als erste Gäste ein kleines nettes Restaurant für unser Abendessen. Nach dem Essen wissen wir, dass wir es nicht besser hätten treffen können. Sooooo lecker! Restaurant Asador Ardanza, Portales 22, 26001 Logrono, in der Fußgängerzone.
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | Estella - Logrono |
| Unterkunft am Zielort | Hotel Gran Via |
| Bemerkung zur Unterkunft | Gutes 4-Sterne Business-Hotel. Zentral gelegen. Gutes reichhaltiges Frühstück. |
| Tagesleistung in KM | 50 |
| Gesamt - KM bis hier | 2416 |
| Wetter | Sonnig, heiter, später bewölkt. |
| Besonderheiten | Wir bekommen einen Pilgerstempel von Maria. Bei der Einfahrt in Logrono werden wir von Störchen begrüßt. |
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