
Ruhetag - Störche gucken in Logrono.
Nach der schlechten Nacht in Estella haben wir uns zur Entschädigung hier in Logrono eine bessere Unterkunft gegönnt und profitieren zum Start in den Tag von den Vorteilen eines großen Hotels. Wir bekommen ein ausgiebiges Frühstück internationalen Standards mit allem was das Touriherz begehrt.
Dann geht es auf Stadtbesichtigung. Logrono ist das wirtschaftliche Zentrum der Rioja. Entsprechend geht es in dieser Stadt am Ebro zu. Wir schlendern durch die Altstadt und staunen über die vielen Storchennester auf der Kathedrale La Redonda. Alleine hier zählen wir 15 mit Brutpaaren bestetzte Nester. Ein munteres Geklapper schallt in die engen Gassen der Altstadt. Wir machen Rast, sitzen in der Sonne und schauen dem Treiben rund um den Turm zu. Beim weiteren Gang entdecken wir noch viele Nester auf dem Krankenhaus, einer Fabrik und auf am Ebro aufgestellten Masten. In dieser Stadt muss es mindestens 30 bis 40 Brutpaare geben. Arme Frösche! Ihr lebt gefährlich hier in den Wiesen am Ebro.
Die Straßen in Logrono sind nicht ganz so eng wie die in Pamplona, aber insgesamt ist es doch ähnlich. Auffallend ist, dass es hier keine Bar's gibt. Dafür jede Menge 'Cafés'. Das Angebot ist jedoch identisch. Touri merke: Bar in Pamplona = Café in Logrono. Mittags besuchen wir eins dieser Cafés, trinken ein Gläschen Tinto und essen dazu Bocadillos.
Auf der Suche nach einem Internetanschluss - der im Hotel funktioniert leider nicht - besuchen wir auch die örtliche Pilgerherberge. Der Oberboss weist uns als Hotelschläfer jedoch schroff ab. Für ihn sind wir offensichtlich Pilger zweiter Klasse. Richtige Pilger schlafen gefälligst in seiner miefigen Massenunterkunft. Idiot. Selbst wenn man möchte, findet man ab 15:00 Uhr keine freien Betten mehr in den Pilgerherbergen. Und dann?
Also lassen wir das mit dem Internet heute, bummeln noch ein wenig weiter, nehmen einen Tinto in einem kleinen Cafe und sehen Pilgern zu, wie sie weiterziehen. Dann nutzen wir unseren Luxus und begeben uns für ein Nachmittagsschläfchen in unser Hotel. Wie schreibt Hape Kerkeling in seinem Buch "Ich bin dann mal weg" so schön: "Pilgerherbergen sind etwas für Leute die kein Geld haben. Gar kein Geld." Wir können uns ein Hotel leisten und erfreuen uns dieses Vorteils.
Die einzige Möglichkeit auf dem Jakobsweg zu einer für Mitteleuropäer gewohnten Zeit ein Abendessen zu bekommen, ist die Teilnahme am Pilgeressen. So tun wir das heute Abend. Um kurz nach 19.00 Uhr nehmen wir Platz und bekommen für neun Euro pro Person einen Salat als Vorspeise, dann gegrillten Lachs, Brot, Wasser, eine halbe Flasche Wein pro Nase und einen Pudding als Nachtisch. Preiswerter geht das nun wirklich nicht. Mit uns am Tisch sitzen zwei spanische Pilgerinnen. Ohne ein Wort gemeinsamer Sprache können wir ihnen dennoch verständlich machen, dass wir 3200 Kilometer mit dem Fahrrad von Deutschland nach Santiago de Compostela machen. Die beiden staunen nicht schlecht.
Nach dem Essen gönnen wir uns einen Absacker im Hotel und dann ist es auch höchste Zeit fürs Bett. Morgen warten 95 Kilometer auf extrem anstrengender Strecke.
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | Ruhetag in Logrono |
| Unterkunft am Zielort | Hotel Gran Via |
| Bemerkung zur Unterkunft | Gutes 4-Sterne Business-Hotel. Zentral gelegen. Gutes reichhaltiges Frühstück. |
| Tagesleistung in KM | 0 |
| Gesamt - KM bis hier | 2416 |
| Wetter | Erst heiter, später Schauer. |
| Besonderheiten | Störche, Störche, Störche. |
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