Jakobsweg 2007 - Mit dem Fahrrad von Dortmund nach Santiago de Compostela
04.06.2007 - Tag 38 - Montag (Bilder des Tages - Tagestelegramm)

Wer hier lebt, kann nicht anders.

Nach mäßigem Frühstück verlassen wir unser Hotel in Burgos. Die Räder werden aus der vierten Etage nach unten getragen und beladen. Dann vorsichtig los. Mal sehen, ob die Radpflege bei meinem Rad geholfen hat. Immer darauf achtend, keine zu große Belastung auf Kette und Zahnräder zu bringen verlassen wir die Stadt. Zu meiner Freude funktioniert es auch dann noch, als die ersten Berge kommen. Na also, geht doch!

Die N120 ist hier durch die paralell verlaufende Autobahn zu einer ruhigen Nebenstrasse geworden, ideal zum Radeln. Wir folgen ihr etwa 20 Kilometer bevor wir links Richtung Yudego abbiegen müssen. Im Ortszentrum von Yudego machen wir Pause und essen unsere mitgebrachten Gebäckteilchen. Aber was ist das für ein Nest. Mitten in die für Touriaugen herrliche Landschaft gesetzt ein Ort so tot wie in Dornröschens Märchen. Überhaupt ist die ganze Gegend extrem dünn besiedelt. Wir fahren lange Strecken durch menschenleere Gegenden. Dann und wann mal wieder ein Dorf mit einigen alten Häusern und dann wieder nichts und noch mal nichts. Wer hier lebt, ist dazu gezwungen, wer weg kann, tut das wohl.

Das Landschaftsbild indes ist immer wieder Anlass um Fotopausen zu machen. Bei Hontanas stossen wir wieder auf den Fußweg-Camino. Mehr weil wir noch reichlich Zeit haben als in der Erwartung hier etwas Interessantes vorzufinden, machen wir einen kleinen Abstecher in das Kuhdorf. Dann finden wir jedoch mitten im Ort eine Pilgerherberge mit Bar und Tischen und Stühlen draußen in der Sonne. Die Sonne scheint übrigens erst seit kurzer Zeit wieder. Losgefahren sind wir bei starker Bewölkung und mit 10 bis 14 Grad recht kühlen Temperaturen. Das Angebot der Pilgerherberge lassen wir uns natürlich nicht entgehen und so setzen wir uns zu einer Mittagsrast mit Kaffee und leckeren Bocadillos zu den vielen anderen bereits anwesenden Pilgern.

In Hontanas lassen wir uns noch einen Stempel in unsere Pilgerausweise drücken und fahren dann die letzten 10 Kilometer nach Castrojeritz nur noch bergab. Bergauf sind wir heute auch schon genug gefahren. In Castrojeritz finden wir schnell unser kleines vorreserviertes Pilgerhotel La Cachava. Das ist total hübsch hier. Wir haben ein kleines 2-Bett-Zimmer. Das Haus verfügt über einen schönen Garten zum draußen sitzen. Innen ein großer Kühlschrank mit Getränken zur Selbstbedienung. Um 19.30 Uhr erwartet uns ein Abendessen und morgen früh bekommen wir Frühstück. So unterscheidet sich das La Cachava sehr angenehm von den Massenlager-Pilgerherbergen und präsentiert sich als kleines privates Pilgerhotel mit moderaten Preisen.

Nach dem Einchecken trinken wir erst mal was im Garten. Dann das übliche Programm mit Duschen, Wäsche waschen u.s.w., und danach machen wir einen schönen Spaziergang durch Castrojeritz. Mit Hilfe unseres freundlichen Hoteliers, der uns hochfährt, können wir auch die Burgruine hoch über dem Ort besichtigen. Mensch, ist das eine Aussicht! Runter gehen wir zu Fuß eine knappe Stunde. Dann sitzen wir im Ort vor einer Bar in der Sonne. Schließlich finden wir auch noch ein Internetcafe und können so unser Inettagebuch aktualisieren.

Unser Abendessen bekommen wir pünktlich um 19.30 Uhr im Pilgerhotel. Keine Speisekarte, sondern es gibt was es gibt. Alle Gäste des Hotels nehmen das Abendessen gemeinsam ein. Ein einzelner Pilger aus Irland, ein Paar aus Südafrika, ein Paar aus Süddeutschland und natürlich wir beide. Während das schmackhafte Essen vom Hotelier selbst serviert wird, entwickelt sich einer der interessantesten Abende der ganzen Reise. Nach dem Essen entsteht unter der Moderation des Hoteliers eine angeregte Diskussion über die Frage "Warum geht man den Camino". Warum kommen Menschen aus allen Teilen der Erde teilweise tausende Kilometer angereist, um diese Strapazen auf sich zu nehmen? Was passiert mit einem auf dem Camino? Ein toller, überaus spannender Abend.

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Jakobsmuschel vorwärts
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Abschnitt 1. Ruhr und Rhein. Von Dortmund bis Koblenz.

Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.

Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.

Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.

Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.

Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port

Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.



Impressum:
Armin Emmerich
Kosselstr. 45
44369 Dortmund. mailto@armin-emmerich.de

Bilder des Tages
Pause auf dem Dorfplatz von Irgendwo.
Jakobsweg.
Santiago 514 KM
Pause auf dem Dorfplatz von Irgendwo. Absolute Leere.
Gut, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Noch 13 KM bis zum Tagesziel. Und auch Santiago ist nah.

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1 Tag
Pilgerherberge in Hontanas.
Jakobsweg
Noch ein Imbis an der Pilgerherberge in Hontanas.
Noch 4 KM bis Castrojeritz. Für uns 10 Minuten, für den Pilger in der Bildmitte noch eine Stunde.

Tagestelegramm
Startort - Zielort Burgos - Castrojeritz
Unterkunft am Zielort Hotel La Cachava
Bemerkung zur Unterkunft Kleines Pilgerhotel (nicht Herberge!). Sehr freundlicher Inhaber. Unbedingt zu Empfehlen.
Tagesleistung in KM 53
Gesamt - KM bis hier 2606
Wetter Erst bewölkt und kalt, später sonnig. Rückenwind.
Besonderheiten Am Abend im Hotel sehr interessante internationale Pilger-Diskussionsrunde.

Unser Pilgerhotel La Cachava.
Blick von der Burgruine auf Castrojeritz.
Blick von der Burgruine auf Castrojeritz.
Unser Pilgerhotel La Cachava. Unbedingt zu empfehlen.
Blick von der Burgruine auf Castrojeritz.
Viel roter Mohn. Blick von der Burgruine.
Links zu nützlichen Jakobsweg-Informationen