
Warnung: Kastilien (Castilla y Leon) macht süchtig.
Jedenfalls den reisenden Kastilien-Besucher. Ob als Pilger zu Fuß, mit dem Rad oder als Tourist mit dem Auto spielt dabei keine Rolle. Ob das allerdings auch für den einheimischen Landwirt gilt, der 20 Kilometer Treckeranfahrt zu seinen Feldern hat, darf bezweifelt werden. Für uns Reisende ist es aber auf jeden Fall traumhaft schön. Die Landschaft, die etwas größeren Orte, das zwar kühle aber sonnige Wetter, das Licht, die Störche auf jedem Kirchturm, das Gezwitscher der Vögel... Ach, wir haben keine Lust mehr das immer und immer wieder zu beschreiben. Kommt doch einfach selbst mal her. Es muss ja nicht jedes Jahr Frankreich oder Italien sein. Nichts gegen die Provence oder die Toscana, aber Kastilien ist auf jeden Fall auch eine Reise wert.
Wir fahren heute bei strahlendem Sonnenschein 93 Kilometer durch dieses Land. Von Castrojeritz über Fromista nach Carrion de los Condes. Hier machen wir Mittagspause und holen uns in der Pilgerherberge unseren Pilgerstempel. Der wird hier von einer leibhaftigen Nonne in unsere Pilgerausweise gedrückt. (Warum werden so schöne Frauen Nonne?). Von Carrion aus lassen wir uns weiter vom freundlicherweise heftig pustenden Rückenwind bis nach Sahagun treiben. Dieser Rückenwind ist eine echte Überraschung für uns. Normal ist in dieser Gegend eher Westwind, also heftiger Gegenwind. Viele Radpilger haben das in ihren Berichten so beschrieben und mussten teilweise sogar schieben. Wir hatten großes Glück und wurden geschoben.
In Sahagun haben wir ein nettes Hotelzimmer vorreserviert. Wir stellen unsere Räder unter, tragen das Gepäck nach oben und setzen uns dann erst mal für ein Getränk vor der Hotelbar in die Sonne. Es ist ja erst 15.00 Uhr. Wir haben die 93 Kilometer in sechs Stunden geschafft. Inclusive 30 Minuten Mittagspause.
Nach Duschen und Waschtag machen wir unseren üblichen Ortsrundgang. Ganz hübsch hier. Wir gleichen unser Flüssigkeitsdefizit aus, aktualisieren in einer Internetbar unser Tagebuch und relaxen in der Sonne. Um 20.00 Uhr gehen wir in eine Bar mit Restaurant gleich neben unserem Hotel. Das Essen ist gut und preiswert. Zum Tagesabschluß nehmen wir in der Bar unseres Hotels noch den üblichen Absacker und gehen dann hoch in unser Zimmer in der zweiten Etage. Aus unserem Fenster hier haben wir einen herrlichen Blick auf die Landschaft. Es ist 21.30 Uhr und noch immer scheint die Sonne in unser Zimmer. Da merkt man, wie weit westlich wir inzwischen sind. Am Himmel jagen die Mauersegler ihr Abendessen und am Horizont zeigen sich Wolken. Mal sehen, wie das Wetter morgen wird. So ein blauer Himmel wie heute und 20 Grad jetzt um 21.45 Uhr wären ja nicht schlecht. Warten wir es ab.
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | Castrojeritz - Sahagun |
| Unterkunft am Zielort | Hostal El Ruedo II |
| Bemerkung zur Unterkunft | Einfaches, aber zu empfehlendes Hotel mit Cafeteria. Zentral gelegen. |
| Tagesleistung in KM | 93 |
| Gesamt - KM bis hier | 2699 |
| Wetter | Sonnig. Trotzdem nicht sehr warm. |
| Besonderheiten | Wir profitieren von dem völlig ungewöhnlichen starken Ostwind (Rückenwind). |
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