Jakobsweg 2007 - Mit dem Fahrrad von Dortmund nach Santiago de Compostela
06.06.2007 - Tag 40 - Mittwoch (Bilder des Tages - Tagestelegramm)

Who the fu:k is Hape Kerkeling?

In der Nacht haben wir ganz gut geschlafen, obwohl wir zwischendurch einige Male geweckt wurden. Die Glocken der nahen Kirche schlugen zu jeder vollen Stunde die Zeit, zusätzlich noch der Viertelstundenschlag. Im Grunde nicht so schlimm. Aber was für eine Glocke: Es klang wie Hammerschläge auf einen mit Kies gefüllten Blecheimer. Wenn in Sahagun jemals für neue Kirchenglocken gesammelt wird, können sie auf uns zählen.

Einschließlich unserer heutigen Etappe nach Leon sind es jetzt noch sieben Etappen. Wir fahren pünktlich los, lassen uns dann aber Zeit, denn schließlich sind es nur 59 Kilometer bis Leon. Zudem ist es unsere letzte Flachetappe bevor es noch mal richtig in die Berge geht.

So machen wir oft Pause. Hier ein Schwätzchen mit einem Radpilger aus Holland, dort ein Cafe con Leche mit Pilgern aus Portugal, dann ein paar Minuten mit netten Pilgern aus Irgendwo. Wir freuen uns immer, wenn wir mit ausländischen Pilgern ins Gespräch kommen. Und garantiert kommt nach einigen Minuten die Frage: “Was ist das eigentlich für ein Buch, von dem der ganze Camino redet?” Oder anders mit den Worten eines Mitpilgers aus Südafrika gesprochen: “Was hat dieser verrückte Deutsche da eigentlich geschrieben?”

Die Schätzungen des deutschen Anteils am Camino gehen von 50 bis 70%. Realistisch dürften 30% sein. Aber ganz sicher hat das Buch von Hape Kerkeling da viele zusätzliche Deutsche auf den Jakobsweg gebracht. Nun, wir gehören nicht dazu. Wir wären auch so auf den Weg gegangen. Wer gerufen wird muss los. So oder so!

Der Camino führt auch heute wieder durch eine absolut schattenlose Landschaft und inzwischen wird es auch heiß. Wir machen Mittagspause in Mansilla de las Mulas, wo ich auch wieder etwas an meinem Rad schrauben muss. Es ist und bleibt kritisch, aber ich habe dem Rad versprochen es wieder nach Hause zu bringen. Schließlich hat es mich mit dem ganzen Gepäck bis hierher getragen und eine Hand wäscht die andere.

Nach der Mittagsrast dann aber möglichst zügig nach Leon und raus aus der Sonne. Die Stadteinfahrt ist wie alle Einfahrten in größere Städte hier am Jakobsweg eine einzige Katastrophe. Wir fahren auf dem Randstreifen einer autobahnähnlichen Nationalstraße und müssen höllisch aufpassen, nicht vom Rad gefegt zu werden. Aber schließlich schaffen wir es und finden auch unser Hotel in der Altstadt. Leon braucht sich über zuwenig Tourismus wirklich nicht beklagen. Wir finden kleinere Orte schöner. Aber wie auch immer: Stadtbesichtigung, Nachmittagsschlaf, Abendessen in einer Bar, Absacker in einer anderen Bar sind dann auch hier OK.

Wärend ich in unserem Zimmer auf dem Bett sitze und diese Zeilen in unser Reisetagebuch schreibe, stehen vor mir ein frisch gezapftes Bier und lecker eingelegte Oliven von der Hotelbar. Viel mehr kann man doch nach einem anstrengenden Tag nicht erwarten. 23.10 Uhr ist ja auch spät genug. Morgen nähern wir uns den Bergen schon sehr.

Jakobsmuschel zurück
Jakobsmuschel vorwärts
zurück
vorwärts

Abschnitt 1. Ruhr und Rhein. Von Dortmund bis Koblenz.

Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.

Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.

Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.

Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.

Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port

Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.



Impressum:
Armin Emmerich
Kosselstr. 45
44369 Dortmund. mailto@armin-emmerich.de

Bilder des Tages
Pilgerrast
Pilger auf dem Jakobsweg
Pilgerrast und zweites Frühstück. El Burgo Ranero.
Bronzepilger vor San Marcos in Leon.

Home
1 Tag

Tagestelegramm
Startort - Zielort Sahagun - Leon
Unterkunft am Zielort Hotel Paris
Bemerkung zur Unterkunft Typisches Städtereisen Touri Hotel. Direkt in der Fußgängerzone. Gut.
Tagesleistung in KM 59
Gesamt - KM bis hier 2758
Wetter Sonnig. Morgens frisch, später heiß.
Besonderheiten Absolut schattenlose Landschaft. Die Fußpilger haben es schwer in dieser Gegend.

Links zu nützlichen Jakobsweg-Informationen