Jakobsweg 2007 - Mit dem Fahrrad von Dortmund nach Santiago de Compostela
10.06.2007 - Tag 44 - Sonntag (Bilder des Tages - Tagestelegramm)

Über alle Berge!

Nach heftigem Gewitter und Regen gestern Abend und in der Nacht starten wir heute Morgen bei wolkenlosem Himmel bereits um 8.15 Uhr. Ohne jede Chance, erst die Muskulatur warm zu fahren, geht es sofort steil nach oben. Auf den ersten vier Kilometern machen wir 300 Höhenmeter. Aber dann sind wir auch oben. Eine Weile bewegen wir uns auf dieser Höhe. Mal 100 Höhenmeter runter, dann wieder 100 Meter rauf. Nach 14 Kilometern haben wir den Pass Puerto el Poyo (1335m) erreicht und sind endgültig oben. Bei dem Bergrestaurant hier oben nehmen wir unser zweites Frühstück und dann geht es fast nur noch abwärts. Innerhalb von einer Stunde wechselt das Landschaftsbild von Alpin auf Sauerland. In Triacastela machen wir einen kurzen Stempelstopp, 11 Kilometer später in Samos eine frühzeitige Mittagspause. Kurz nach 13.00 Uhr haben wir 53 Kilometer geschafft und sind an unserem Tagesziel Sarria angekommen.

Jetzt sind es noch schlappe 141 Kilometer bis Santiago de Compostela. Wenn alles gut geht zwei Etappen. Wie fühlt sich das eigentlich an, so kurz vor dem Ziel? Wir können das gar nicht klar sagen. Ein wenig wie bei einem Marathonlauf nach 40 Kilometern. Man ist kaputt, hat keine Lust mehr, will nur noch ankommen, weiß aber auch: Jetzt werde ich es schaffen! Die Kraft reicht, ich liege gut in der Zeit, noch zwei Kilometer quälen und dann beim Zieleinlauf lächeln für das Zielfoto. Ein wenig fühlt es sich aber auch an wie beim Marathonlauf am Start. Drei Monate hartes Training sind vorbei. Die Pflicht ist erledigt, jetzt kommt die Kür. Die letzte Etappe, der Zieleinlauf.

In den letzten Tagen ist die Zahl der Fußpilger, die wir jeden Tag überholen, geringer geworden. Es sind immer noch viele, aber von den 300 die täglich in Saint Jean Pied de Port losgehen, scheinen nicht alle hierher zu kommen. Verstehen können wir das.

Sarria, unser heutiger Übernachtungsort, ist eine normale spanische Kleinstadt. Sehenswert ist das Stadtbild in der Oberstadt, wo es zahlreiche Zeugnisse der mittelalterlichen Stadtgeschichte gibt. Reste einer Burg, einige Kirchen und ein lebendiges Leben in den Gassen. In der Altstadt bekommen wir auch unser Abendessen. Wir nehmen mal wieder an einem Pilgeressen teil. Es gibt als Vorspeise gemischten Salat und frittierte Tintenfischringe. Als Hauptgericht Kalbsschnitzel mit Pommes und zum Nachtisch Pudding oder Kuchen. Dazu Brot und eine Flasche Rotwein. Und das alles für 7,50 Euro pro Person.

Morgen haben wir eine längere Etappe vor uns. Aber das Ziel ist nah.

Jakobsmuschel zurück
Jakobsmuschel vorwärts
zurück
vorwärts

Abschnitt 1. Ruhr und Rhein. Von Dortmund bis Koblenz.

Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.

Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.

Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.

Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.

Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port

Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.



Impressum:
Armin Emmerich
Kosselstr. 45
44369 Dortmund. mailto@armin-emmerich.de

Bilder des Tages
Ankunft auf dem Cebreiro Pass.
Ankunft auf dem Cebreiro Pass.
Pilgerwechsel
Ankunft auf dem Cebreiro Pass.
Man trifft sich immer wieder.
Lustige Verkehrsschilder am Pilgerweg.

Home
1 Tag
Pilgerdenkmal am Alto de san Roque.
Blick auf einen Bergfriedhof.
Pilgerdenkmal am Alto de san Roque.
Blick auf einen Bergfriedhof.

Tagestelegramm
Startort - Zielort Pedrafita do Cebreiro - Sarria
Unterkunft am Zielort Hotel Villa de Sarria
Bemerkung zur Unterkunft Schönes kleines Hotel unterhalb der Altstadt. Empfehlenswert.
Tagesleistung in KM 53
Gesamt - KM bis hier 2989
Wetter Heiter aber frisch.
Besonderheiten Wir fahren über den Cebreiro Pass.

In der Altstadt von Sarria.
Blick auf Sarria.
Gelbe Pfeile weisen den Pilgerweg.
In der Altstadt von Sarria.
Blick auf Sarria.
Allgegenwärtig. Gelbe Pfeile weisen den Pilgerweg.
Links zu nützlichen Jakobsweg-Informationen