
Der Weg war das Ziel. Aber Ankommen ist auch nicht schlecht!
Wir brechen auf, um die letzte Etappe unserer Reise zu fahren. Ein Gefühl wie in der Kindheit Heiligabend morgens. Das Wetter ist gut, etwas neblig aber der blaue Himmel schimmert durch. Der Versuch die letzte Etappe auf unserer Reise auf dem Fußweg-Camino zu fahren, scheitert schnell auf unbefahrbarem Schotter. So wechseln wir zur Straße zurück. Etwa 10 Kilometer vor Santiago wird die Strasse autobahnähnlich und so wechseln wir wieder auf den Fußweg, der ab hier aber auch durchgehend asphaltiert ist.
Da denkst du, du bist fast am Ziel, da geht es noch mal so richtig zur Sache. Heute sind sogar unvermeidliche Schiebepassagen dabei, so steil ist es. Steil bergauf, bergab, wieder bergauf auf den Monte de Gozo, den Berg der Freude. Dies ist die Stelle, an der die Pilger zum ersten Mal auf die Stadt Santiago de Compostela blicken können. Der Jakobsweg bleibt sich bis zuletzt als harter Pilgerweg treu. Aber dann fahren wir doch in die Stadt ein und nach reichlich Kurven, Steigungen, Kopfsteinpflastern in der Altstadt stehen wir endlich am Praza do Obradoiro vor der Kathedrahle. Wir sind am Ziel. Ein unglaublich bewegender Moment. Wir fahren über den in das Pflaster des Platzes eingelassenen Stein, welcher den Kilometer 0 des Pilgerweges symbolisiert. In diesem Moment werden in der himmlischen Buchhaltung unsere Namen aus der Pilgerliste gestrichen. Wir haben es geschafft!
Unablässig kommen auf dem Platz neue Pilger an. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Umarmungen, Freude, Fotos. Es ist einfach großartig. Direkt an der Kathedrahle, am Prada do Obradoiro, steht das beste Hotel der Stadt. Das 5-Sterne "Parador Hostal Dos Reyes Catolicos". Wir haben nicht reserviert, aber ich versuche es. Schließlich wollen wir unsere Ankunft gebührend feiern. Und siehe da: Ein wirklich tolles Zimmer ist noch für zwei Nächte frei.
Wir checken schnell im Hotel ein und gehen dann, noch in Fahrradbekleidung, wieder raus. Jetzt zuerst ein Gang durch die Kathedrale. Hallo Jakobus, hier sind wir! Dann zum Pilgerbüro. Wir legen unsere Pilgerausweise vor. Gründlich werden die Stempel geprüft. Alles ist in Ordnung, wir haben nicht gemogelt und so wird uns die Compostela ausgestellt. Die “amtliche” Beglaubigung, dass wir als Pilger zum Grab des Apostels Jakobus gekommen sind.
Und jetzt wollen wir nur noch feiern und unser Ankommen genießen. Wir setzen uns in das Aussencafé des Hotels Parador, direkt an der Praza mit Blick auf die Kathedrale und die ständig neu ankommenden Pilger. Und wir bestellen uns zum zweiten Mal auf unserer Reise eine Flasche Champagner. Und zwar eine ganze!
Abschnitt 2. Die Mosel. Von Koblenz bis Metz.
Abschnitt 3. Über Land. Von Metz zur Loire.
Abschnitt 4. Die Loire. Von Cosne bis Nantes.
Abschnitt 5. Der Atlantik. Von Nantes bis Biarritz.
Abschnitt 6. Biarritz - St. Jean Pied die Port
Abschnitt 7. Der Camino Frances. Von St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela.
| Startort - Zielort | Arzua - Santiago de Compostela. |
| Unterkunft am Zielort | Parador-Hotel Reyes Catolicos direkt am Praza del Obradoiro. |
| Bemerkung zur Unterkunft | Purer Luxus. Nein, wir sind keine Luxuspilger. Mit der Ankunft am Grab des Apostels endet die Pilgerreise. Und so feiern wir unsere Ankunft so wie es uns gefällt. |
| Tagesleistung in KM | 42 KM |
| Gesamt - KM bis hier | 3112 KM |
| Wetter | Erst sonnig, dann bewölkt. Am Abend Regen. |
| Besonderheiten | Im Pilgerbüro bekommen wir unsere Compostela. |
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