Jakobsweg 2009 - Auf dem Camino Frances nach Santiago de Compostela
Etappenübersicht

Anreise nach Saint Jean Pied de Port

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Najera - Santo Domingo de la Calzada

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9. Etappe. Najera - Santo Domingo de la Calzada

Wir verlassen Najera bei munterem Geklapper von geschätzt mindestens 100 Störchen. Das Wetter ist zu dieser frühen Stunde ein Traum, dass es später in eine Hitzeschlacht ausartet wissen wir zum Glück noch nicht. Die Landschaft ist einfach wunderschön. Der Weg beginnt mit einem Aufstieg durch ein schattiges Wäldchen und zieht sich dann malerisch zwischen Weinfeldern dahin. Viva Rioja! Nach sechs Kilometern erreichen wir Azofra und machen eine erste Pause. Das zweite Frühstück ist fällig, denn das erste im Hotel war extrem dürftig. Leider gönnen wir uns auch jetzt hier nur Tostadas und Kaffee. Zu wenig, für das was vor uns liegt.

Die nächsten 9 Kilometer gehen durch eine schattenlose Landschaft bei praller heißer Sonne wechselweise auf und ab. Wir fühlen uns (nicht zum letzten mal) wie auf dem Pilgergrill. Als wir endlich in Cirinuela ankommen sind wir durchgebraten und Platt. Zum Glück gibt es hier eine Bar mit kalten Getränken und Essbarem. Wir haben Hunger!

Nach der Pause dann noch mal schattenlose Wege. Wein wächst hier jetzt nicht mehr, dafür Getreidefelder ohne Ende. Dazwischen locker eingestreut Gemüse, Kartoffeln, Erbsen und sogar ein Feld mit Hopfen. Ja, ein Bier wär jetzt echt lecker.

Nach etwa 20 Kilometern empfängt uns Santo Domingo de la Calzada mit einem hässlichen Gewerbegebiet aber zwei Kilometer weiter erreichen wir die sehr schöne Altstadt. Nach insgesamt 23 Tageskilometern sind wir an unserem Tagesziel, das Parador Hotel im Stadtzentrum. Hier machen wir morgen einen Ruhetag.

Nach dem Einchecken, duschen und großer Wäsche geht es gegen 17.00 Uhr erst mal wieder raus. Der erste Weg führt uns zur Kathedrale und genau in dem Moment in dem wir durch das Tor in das Innere der Kiche treten, beginnt (Ungelogen! wir sind auf Pilgerreise) der Hahn in der Kirche zu krähen. Warum in der Kirche Hühner gehalten werden, kann man ganz unten auf dieser Seite nachlesen. Dass der Hahn genau in diesem Moment kräht, kann für uns aber nur, so die Überlieferung, großes Glück bedeuten.

Den zweiten Höhepunkt des Tages (nach dem Hahnenschrei in der Kirche) bildet das Abendessen. Zum ersten Mal seit Saint Jean Pied de Port sitzen wir in einem wirklich guten Restaurant und essen richtig lecker bei richtig gutem Wein. Das Restaurant "Meson Los Caballeros" gleich neben der Kathedrale sei hiermit wärmstens empfohlen.

Am folgenden Tag haben wir hier wie geplant einen Ruhetag verbracht. Ausruhen, Störche gucken, Leute beobachten. Es war ein irre heißer Tag. Die Außenthermometer zeigten 38 °C im Schatten.


Abschied von den Störchen in Najera.
Viva Rioja! Ja, finden wir auch.
Nach dem Anstieg hinter Najera kommen wir auf die Hochebene der Rioja Alta...
...und bekommen einen Vorgeschmack auf die endlosen Getreidefelder zwischen Burgos und Leon.
Noch wechselt ab und zu das Landschaftsbild. Aber es bleibt heiß und schattenlos.
Überraschung. Hopfenfelder hätten wir hier nicht unbedingt erwartet.
Santo Domingo de la Calzada ist erreicht. der Turm der Kathedrale.
Parador Santo Domingo de la Calzada. Wir machen hier einen Ruhetag und gönnen uns dafür ein ordentliches Hotel.
In Ereinnerung an das "Hühnerwunder" wird in der Kathedrahle ein Hühnerpaar gehalten. Was es damit genau auf sich hat, kann man hier nachlesen.
Der Plaza Major in der Altstadt von Santo Doningo de la Calzada. Der reinste Backofen.

Die Etappe in Kurzform:
12. Juni. 23 schattenlose Kilometer bei mörderischer Hitze. Kurzer knackiger Anstieg auf die Hochebene der Rioja Alta, dann eher flach. Najera - Azofra (KM 6) Hier gut frühstücken und Wasser mitnehmen! - Cirinuela (KM 15) - Santo Domingo de la Calzada (KM 23). Hier gönnen wir uns morgen einen Ruhetag.

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Das Hühnerwunder von Santo Domingo de la Calzada.
Der Legende zufolge soll ein Ehepaar aus Deutschland auf dem Weg nach Santiago de Compostela mit ihrem Sohn in einer Herberge des Ortes Rast gemacht haben. Die Wirtstochter verliebte sich in den Sohn und versuchte ihn zu verführen, was ihr jedoch nicht gelang, denn er blieb standhaft - befand er sich doch auf einer religiösen Reise. Aus verletztem Stolz schmuggelte sie ihm einen Silberbecher in das Gepäck, um ihn bei seiner Abreise des Diebstahl zu bezichtigen. Da die Beweise für sich sprachen, wurde der junge Mann zum Tode verurteilt und erhängt. Seine Eltern setzten die Reise nach Santiago fort und flehten den Heiligen Jakobus um Hilfe an. Auf ihrem Rückweg kehrten die Eltern nach 36 Tagen zum Galgen zurück, an dem noch immer ihr Sohn hing- lebendig. Es heißt Santo Domingo habe ihn die ganze Zeit an den Beinen gehalten, um den Tod eines Unschuldigen zu verhindern. Die Eltern eilten daraufhin zum Richter, um Gnade für ihren Sohn zu erbitten. Der Richter, der gerade bei seinem sonntäglichen Mittagsmahl, aus einem Paar gebratener Hühner bestehend saß, entgegnete ihnen, dass der Sohn tot sei, so tot wie die Hühner auf seinem Teller. In diesem Moment erhoben sich die Hühner und flogen gackernd davon. Der Jüngling wurde vom Galgen genommen.