Jakobsweg 2009 - Auf dem Camino Frances nach Santiago de Compostela
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11. Etappe. Belorado - Atapuerca

Irgendwann musste es uns ja mal erwischen. Nach Gewittern mit heftigem Regen die ganze Nacht über verlassen wir Hotel und Ort bereits um 7.45 Uhr bei strömendem Regen. Sobald wir aus dem Ort sind werden die Wanderwege tiefgründig schlammig. Teilweise kann man kaum gehen, schon bei geringsten Anstiegen findet man in dem rutschigen Matsch keinen Halt. Keine Ahnung, wie wir die geplanten 30 Kilometer heute schaffen sollen. Wenigstens hört es nach gut einer Stunde auf, so stark zu regenen. Zwischenzeitlich wird der Camino etwas besser um dann aber wieder so schlammig wie zuvor zu werden.

In Villafranca Montes de Oca machen wir an einer Bar Mittagspause. Der Regen hört auf und in der Ferne sieht man blauen Himmel. Auch der Weg wird tendenziell besser, die nicht ganz so schlammigen Abschnitte größer. Gleich hinter Villafranca beginnt ein steiler Anstieg in das Waldgebiet der Montes de Oca. Auf der Passhöhe von Valbuena finden wir eine begeisternde Vegetation aus dichtem Farn, viel Buschwerk und Moosbehangenen Eichen. Weiter führt der Weg zunächst über eine breite Waldschneise recht schlammig, dann aber auf trockenen Waldwegen sehr schön auf St. Juan de Ortega zu.

In St. Juan de Ortega finden wir die erste Verpflegungsmöglichkeit nach 13 Kilometern. Natürlich macht hier jeder Pilger eine Rast, zumal inzwischen die wärmende und trocknende Sonne scheint. Hier treffen wir auch einen jungen Pilger wieder, den wir heute bereits unterwegs zwei mal kurz gesehen haben. Im Gespräch erfahren wir, dass er aus unserer Nachbarstadt Hagen stammt und gerade die 2000 Kilometermarke hinter sich gelassen hat. Er ist den ganzen Weg ab Hagen zu Fuß gegangen. Respekt! In den folgenden Tagen werden wir uns noch öfter treffen.

Die letzten sechs Kilometer bis Atapuerca sind dann schon wieder Genusswandern. Unsere Unterkunft finden wir ganz gut. Leider ist geschlossen und keiner da. Lediglich die zwei Pilgerinnen aus Minden, mit denen wir bereits in Puente la Reina das erste Mal zusammengesessen haben und die wir in den letzten Tagen immer wieder mal sahen, stehen hier auch suchend herum. Die beiden Ladies hatten wir eigentlich kurz hinter Belorado überholt. Sie sind dann im Schlamm nicht weitergekommen, zurückgegangen und mit dem Bus gefahren. Auch OK.

Wir laufen suchend durch den Ort, gehen zurück zum geschlossenen "Hotel" und da kommt der Besitzer angefahren und lässt uns in unser einfaches Zimmer. Die Unterkunft, das Ctro. Turismo Rural Papasol ist besonders erwähnenswert. Das Haus ist sehr sehr alt. Der Besitzer hat es im Rahmen seiner Möglichkeiten schön renoviert und dabei eine preiswerte Unterkunft mit viel Stil und tollem Ambiente geschaffen. Die Zimmer sind ziemlich klein und natürlich auch alt, aber die Betten sind durchaus OK.

Nach dem üblichen WischWasch, die Wäsche können wir im Garten aufhängen, machen wir einen Gang durch den Ort. Atapuerca ist ein Kuhdorf ohne Kühe. Eine kleine Bar, ein Kaffee, eine sehr kleine und immer früh belegte Pilgerherberge, das ist alles. An der Bar trinken wir eine Cola und essen eine Tortilla. Was Anderes gibt es nicht. Also gehen wir zurück ins Zimmer und ruhen uns noch etwas aus. Das Abendessen bekommen wir für 10.-- Euro hier im Haus. Als einzige Gäste die hier essen werden wir von der Frau des Besitzer lecker bekocht. Die anderen Gäste, unter anderem die beiden Ladys von der Weser, ziehen das Pilgermenü unten im Dorf vor. Falsch!!! Nach dem leckeren super freundlich zubereitet und serviertem Essen und dem passenden Wein ziehen wir uns früh ins Zimmer zurück. Der Tag war hart genug.


Erst gegen Mittag trauen wir uns den Fotoapparat aus der Tasche zu holen. Hier auf der Passhöhe vor Valbuena ist der Schlamm gerade mal nicht ganz so tiefgründig.
Direkt auf der Passhöhe das Denkmal für die 1936 im Bürgerkrieg erschossenen Republikaner. "Nicht ihr Tod war unnötig, sondern ihre Erschießung" lautet ein Teil der Inschrift.
Hinter Villafranca Montes de Oca gibt es auf 13 KM nur noch Landschaft.
Gaaanz hinten in der Bildmitte erscheint San Juan de Ortega.
Die Iglesia de Dan Nicolas ai San Juan de Ortega.
In San Juan de Ortega finden wir die erste Versorgungsmöglichkeit nach 13 KM.
Landschaft und Wetter zwischen Ortega und Ages lassen die Regen- und Matschschlacht von heute Vormittag schon fast wieder vergessen.
Unsere Unterkunft in Atapuerca. Ctro. Tourismo Rural Papasol. Wenn die kleine Pilgerherberge voll ist (und das ist sie meist) ist dies die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Ort. Aber super schön.
Kilometerstein im Hof der Pilgerherberge.
Atapuerca live und in Farbe.

Die Etappe in Kurzform:
15. Juni. 30 Kilometer. Lange und anstrengende Etappe. Bei Regen so tiefgründiger Schlamm auf den Wegen, dass man kaum gehen kann. Genügend Wasser und Proviant mitnehmen. Wasser in den Brunnen ist nicht genießbar. Belorado - Tosantos (KM 5) - Espinosa del Camino (KM 8) - Villafranca Montes de Oca (KM 12) - San Juan de Ortega (KM 25) - Ages (KM 28) - Atapuerca (KM 30)

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